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Den Lebensdurst stillen

70 Prozent der Erde sind bedeckt von Wasser, aber nur 3 Prozent davon sind Trinkwasser. Bei uns kommt Trinkwasser in sehr guter Qualität direkt aus der Leitung. 900 Millionen Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu solchem Wasser. Ein Deutscher verbraucht durchschnittlich 492 Gläser voll Wasser am Tag. Meistens ist es uns gar nicht bewusst, dass Wasser ein Schatz ist. Würde uns jedoch nicht jeden Tag Wasser zur Verfügung stehen, dann wäre unser Leben sehr schnell bedroht.

Waren Sie schon einmal so richtig durstig?

Rufen Sie sich dieses Gefühl in Ihr Gedächtnis: Die Hitze, der trockene Mund, die spröden Lippen oder vielleicht sogar ein Schwindelgefühl. Denken Sie an die große Sehnsucht nach einer sauren Limonade, einem großen Glas Johannisbeerschorle, einem kühlen Bier oder nach einem Glas Sprudelwasser.

Im Monatsspruch für den Juli aus dem Psalm 42 geht es ebenfalls darum, durstig zu sein. Es ist jedoch eine andere Art von Durst gemeint – der Durst der Seele.

Worauf hat Ihre Seele Durst? Vielleicht dürstet Ihre Seele nach Ruhe – nach einen Moment, in dem Sie den Alltag loslassen können. Vielleicht dürstet Ihre Seele nach Gemeinschaft – nach einem Menschen mit offenen Ohren zum Gespräch. Vielleicht dürstet Ihre Seele auch nach etwas anderem, das tief in ihr verborgen ist.

Der Beter des Psalms bringt den Durst seiner Seele mit Gott in Verbindung:

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott“.

Er geht davon aus, dass bei Gott etwas zu finden ist, das den Durst der Seele stillt, sie erfrischt und lebendig macht. Die Begegnung mit Gott verändert ihn, so dass seine bedrückte Seele wieder aufatmen kann. Er betet weiter: „Was bist du so bedrückt, meine Seele? Warum bist du so aufgewühlt? Halte doch Ausschau nach Gott! Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue, hat mir mein Gott schon geholfen.“

Der Durst der Seele ist vielleicht nicht so leicht auszumachen wie der Durst nach Wasser. Aber wird er eine Weile missachtet, dann vertrocknen wir innerlich. Man muss sich Zeit nehmen, in sich hineinhorchen, still werden, um herauszufinden, was die Seele gerade braucht. Das ist in unserem unruhigen Alltag gar nicht so leicht. Aber es tut gut, dem Lebensdurst auf die Spur zu kommen und ihn zu stillen, so wie mit einem großen Glas Wasser an einem heißen Tag.

Anja Strehlau

 

 

Ich wünsche Dir

Lebendiges Wasser,

das auf dich regnet

und belebt, was dürr

und trocken geworden ist.

Lausche seinem Rhythmus:

Wie es tropft und klopft

Und eine Melodie in dir singt,

die dich zurückruft ins Leben.

Tina Willms